FAUSER ERP Alpha
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Ratgeber · Feinplanung

Plantafel-Software für die Fertigung: woran Sie eine gute erkennen

Jede Plantafel zeigt Balken auf einer Zeitachse. Die Frage ist, was passiert, wenn Sie einen Balken verschieben: Weiß die Software, dass der Arbeitsplatz morgen nur eine Schicht fährt? Dass der Folgearbeitsgang jetzt zu früh liegt? Dass der Eilauftrag drei andere Termine reißt? Sieben Kriterien, an denen Sie das vor dem Kauf prüfen.

Sieben Kriterien für eine Plantafel, die plant

  1. Kapazität je Arbeitsplatz, nicht je Halle. Schichtmodell, Pausen, Feiertage und Wartungsfenster müssen je Arbeitsplatz hinterlegt sein. Eine Tafel, die 24 Stunden am Tag verplant, plant an der Realität vorbei.
  2. Drag & Drop mit Konsequenz-Vorschau. Beim Verschieben eines Arbeitsgangs sollen die Folgen sichtbar werden, bevor gespeichert wird: welche Arbeitsgänge verdrängt werden, welcher Liefertermin kippt. Erst der bewusste Klick schreibt.
  3. Vorwärts- und Rückwärtsterminierung. Vom Starttermin nach vorn für Eilaufträge, vom Liefertermin zurück für alles andere. Beides muss auf Knopfdruck gehen, je Auftrag.
  4. Auto-Einplanung nach Puffer. Der Rechner sortiert offene Arbeitsgänge nach dem Puffer zwischen Liefertermin und Rest-Durchlaufzeit und belegt die Plätze. Der Planer korrigiert die Ausnahmen, statt alles von Hand zu legen.
  5. Rüstoptimierung. Gleiche Werkzeuge, gleiche Materialien, gleiche Aufspannung hintereinander. Die Tafel soll Rüstfamilien kennen und Vorschläge machen.
  6. What-if ohne Risiko. Ein Szenario durchspielen („Was, wenn Maschine 3 zwei Tage ausfällt?“), ohne den echten Plan zu verändern.
  7. Rückmeldung aus der Halle. Was am BDE-Terminal angestempelt und fertiggemeldet wird, muss die Tafel sofort sehen. Ein Plan ohne Ist-Stand ist nach zwei Stunden Fiktion.

Zweitsystem oder Teil des ERP?

Klassisch wird die Plantafel als eigenes MES neben das ERP gestellt. Das funktioniert, kostet aber an drei Stellen dauerhaft: Arbeitspläne werden zweimal gepflegt, Rückmeldungen laufen über eine Schnittstelle, und im Fehlerfall wird diskutiert, welches System recht hat. Jeder neue Artikel, jede geänderte Stückzeit muss den Weg zweimal gehen.

Sitzt die Feinplanung im ERP, gibt es genau einen Arbeitsplan, einen Arbeitsplatz und einen Auftrag. Der Arbeitsgang, den die Tafel verschiebt, ist derselbe Datensatz, der am Terminal zurückgemeldet und in der Nachkalkulation bewertet wird. In der FAUSER ERP Alpha ist die Plantafel deshalb kein Zusatzmodul, sondern eine Ansicht auf die Fertigungsaufträge — was das für die übrigen MES-Aufgaben bedeutet.

Was vor der ersten Planung stehen muss

Die Einführung beginnt deshalb selten an der Tafel selbst, sondern bei den Stammdaten. Wer die Zeiten nicht hat, startet mit einem Arbeitsplatzbereich und lässt die Rückmeldungen die Werte liefern, bevor die ganze Halle geplant wird.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Grobplanung im ERP und Feinplanung auf der Plantafel?

Die Grobplanung terminiert Aufträge gegen Wochen oder Tage und prüft Kapazität summarisch. Die Feinplanung legt jeden Arbeitsgang auf einen konkreten Arbeitsplatz zu einer konkreten Zeit, in einer Reihenfolge, die Rüstzeiten, Abhängigkeiten und Liefertermine berücksichtigt. Erst die Feinplanung sagt der Halle, was heute als Nächstes läuft.

Brauche ich ein eigenes MES neben dem ERP?

Nur wenn das ERP keine Feinplanung auf Arbeitsgang-Ebene beherrscht. Ein Zweitsystem bedeutet doppelte Arbeitspläne, eine Schnittstelle für Rückmeldungen und die Frage, welches System im Fehlerfall recht hat. Sitzt die Plantafel im ERP, entfällt das alles.

Welche Stammdaten braucht eine Plantafel, bevor sie planen kann?

Arbeitspläne mit Arbeitsgängen, Rüst- und Stückzeiten, Arbeitsplätze mit Kapazität und Schichtmodell sowie Aufträge mit Lieferterminen. Fehlen die Zeiten, plant die Tafel mit Schätzwerten, die Rückmeldungen aus der Betriebsdatenerfassung nach und nach korrigieren.

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