Feinplanung, die den Liefertermin kennt.
Eine Plantafel muss mehr können, als Balken bunt zu verschieben. Sie muss wissen, welche Kapazität ein Arbeitsplatz morgen wirklich hat, welcher Arbeitsgang worauf wartet und was passiert, wenn Sie einen Eilauftrag dazwischenschieben.
In der Fertigung heißt diese Funktion je nach Haus Plantafel, Leitstand oder schlicht MES-Feinplanung. Bei uns ist sie kein Zweitsystem neben dem ERP, sondern Bestandteil davon — was das für die übrigen MES-Aufgaben bedeutet.
Planung auf Arbeitsgang-Ebene
Gezogen und abgelegt wird der einzelne Arbeitsgang, nicht der ganze Auftrag — auf einer Zeitachse, deren Zeilen Ihre Arbeitsplätze sind, gruppiert nach Meisterbereichen. Nicht eingeplante Arbeitsgänge warten in einer Seitenleiste.Der Plan reagiert auf Ihren Eingriff
Legen Sie einen Arbeitsgang ab, rücken Nachfolger nach hinten und Vorgänger nach vorne. Das passiert zunächst nur als Vorschau — geschrieben wird erst, wenn Sie speichern. Muss ein Termin trotz Konflikt stehen, verdrängt der Erzwingen-Modus fremde Aufträge und zeigt Ihnen, wen es trifft.Automatisch einplanen — nach Dringlichkeit
Die Auto-Einplanung sortiert Fertigungsaufträge nach ihrem Puffer: Liefertermin minus verbleibende Durchlaufzeit. Wer am wenigsten Luft hat, kommt zuerst dran. Einen einzelnen Auftrag können Sie stattdessen rückwärts an seinen Liefertermin terminieren.Kapazität, die der Realität entspricht
Die Tageskapazität eines Arbeitsplatzes ergibt sich aus Basiskapazität und Schichten, abzüglich Blockern und anteiliger Personalabwesenheit. Feiertage und Beschaffungs-Vorlaufzeiten fließen in die Terminierung ein. Für einzelne Tage lässt sich die Kapazität von Hand übersteuern.Rüstzeiten senken statt hinnehmen
Eine gepflegte Rüstmatrix beschreibt, wie teuer der Wechsel von Teil A zu Teil B ist. Die Rüstoptimierung sucht daraufhin je Arbeitsplatz eine bessere Reihenfolge — mit Batching ähnlicher Teile, ohne Liefertermine aus dem Blick zu verlieren.Konflikte werden benannt, nicht versteckt
Doppelt belegte Arbeitsplätze, fehlendes Personal, belegte Werkzeuge, verletzte Kapazitätsgrenzen: Jeder Konflikt landet mit Härtegrad und Begründung auf einer eigenen Übersicht und lässt sich dort auflösen oder — mit Begründung — bewusst übergehen.Was wäre, wenn?
Szenarien rechnen Umplanungen durch, ohne den Produktivplan anzufassen. Passt das Ergebnis, übernehmen Sie es. Zusätzlich können Sie den aktuellen Plan als Baseline einfrieren und später sehen, wie weit die Wirklichkeit davon abgedriftet ist.Nicht jeder darf alles verschieben
Wer einen fremden Arbeitsgang bewegen will, stellt eine Verschiebungs-Anfrage. Der zuständige Meisterbereich nimmt an oder lehnt ab — mit Kommentar, nachvollziehbar im Verlauf. Ein einstellbarer Nahbereich lässt sich einfrieren, damit die laufende Woche stabil bleibt.Woher die Rückmeldungen kommen
Aus der Halle: Der Mitarbeiter startet und meldet fertig, die Plantafel rechnet sofort damit. Dazu liest eine kamerabasierte Statuserkennung Maschinenzustände optisch aus und zeigt sie im Hallenplan an — ohne dass eine Maschine dafür umgerüstet werden muss.
Sollen Maschinen ihre Daten selbst liefern, binden wir sie an: Das System nimmt Maschinenstatus bereits heute über eine Programmierschnittstelle entgegen, dazu kommen ein Plugin-System, eine MSSQL-Anbindung und EDI. Wo es sinnvoll ist, arbeiten wir mit spezialisierten Partnern aus der Maschinendatenerfassung zusammen. Was in Ihrer Halle steht, besprechen wir im Einzelfall.
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