Was in der Halle passiert, steht sofort im System.
Betriebsdatenerfassung scheitert selten an der Technik und fast immer an der Bedienung. Wer zwischen zwei Spannvorgängen etwas eintippt, hat keine Zeit für Menüs. Deshalb ist das Terminal auf drei Dinge reduziert: anmelden, anstempeln, fertigmelden.
Anmelden in vier Sekunden
Vier- bis sechsstellige PIN, mehr nicht. Die PIN wird nur als Hashwert gespeichert, zu viele Fehlversuche sperren das Gerät vorübergehend. Die Terminal-Sitzung ist bewusst auf die BDE-Funktionen beschränkt und meldet sich nach einer einstellbaren Zeit von selbst ab.Rüsten und Fertigen getrennt
Rüstzeit und Fertigungszeit werden als eigene Buchungen geführt — der Wechsel ist ein Griff: Rüsten beenden startet die Fertigung. Nur so werden Rüstzeiten später zu einer Zahl, mit der sich die Rüstoptimierung auf der Plantafel überhaupt rechnen lässt.Ausschuss mit Grund, nicht nur mit Zahl
Bei der Fertigmeldung werden Gut- und Ausschussmenge erfasst. Der Ausschuss lässt sich auf mehrere Gründe aufteilen, jeder mit eigener Menge und Bemerkung. Eine Unterbrechung verlangt einen Störgrund. Aus beidem entsteht die Auswertung, die sonst niemand hat.Die Reihenfolge kommt von der Planung
Die Arbeitsliste eines Arbeitsplatzes zeigt zuerst, was die Plantafel terminiert hat. Für alles Übrige entscheidet der Puffer bis zum Liefertermin. Der Werker muss nicht wissen, was dringend ist — er sieht es oben.Livestatus je Arbeitsplatz
Läuft, rüstet, gestört oder frei — mit Auftrag, Artikel, Bediener und Startzeit. Derselbe Status speist den Hallenplan. Wer über die Halle geht, sieht dasselbe wie der Meister am Bildschirm.Prüfen, wo gefertigt wird
Prüfaufträge laufen am selben Terminal: Merkmal für Merkmal, mit Zeichnungsansicht und Messwerteingabe. Ein einziges Merkmal außerhalb der Toleranz entscheidet den Prüfauftrag — ohne dass jemand darüber diskutiert.Scannen statt tippen
Auftrags- und Artikelnummern lassen sich scannen: über die Kamera des Geräts oder einen angeschlossenen Handscanner. Code 128, QR, DataMatrix und EAN werden erkannt.Der Werker meldet den Fehler selbst
Falsch gestempelt? Statt zum Meister zu laufen, stellt der Mitarbeiter aus seiner eigenen Buchungsliste eine Korrekturanfrage — für Zeit, Material oder Arbeitsgang-Status. Der Verantwortliche entscheidet, beide Seiten werden benachrichtigt.Rückmeldung ist erst der Anfang
Aus den Buchungen entstehen ohne Zutun die Ist-Zeiten und Ist-Kosten je Arbeitsgang, berechnet aus den Kostensätzen des Arbeitsplatzes für Rüsten, Fertigung und Maschine. Ist der letzte Arbeitsgang fertig, rollen Material-, Fertigungs- und Fremdkosten auf den Auftragskopf. Der Artikel bekommt seine neuen Herstellkosten, die Gutmenge geht ins Lager, Chargen und Seriennummern entstehen automatisch.
Damit beantwortet sich die Frage, die in vielen Betrieben offenbleibt: Was hat dieser Auftrag wirklich gekostet — und nicht, was war kalkuliert.
Korrekturen, die einer Prüfung standhalten
Buchungen lassen sich im BDE-Journal ändern, nachtragen und in Serie korrigieren. Jede Änderung wird vorher als Momentaufnahme historisiert und bleibt als Korrektur gekennzeichnet — nachvollziehbar im Sinne der GoBD.
Das Journal zeigt außerdem, wo etwas nicht stimmt: eine Ampel für Ist gegen Plan und Hinweise auf Auffälligkeiten wie Buchungen über den Tageswechsel oder Zeiten weit über dem üblichen Maß desselben Werkers.
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